Freitag, 15.02.2008

Investoren warnen Microsoft vor Erhöhung des Yahoo-Angebots

Erste Investoren warnen Microsoft ausdrücklich davor, das Angebot für Yahoo weiter zu erhöhen. Schon jetzt sei mehr als genug Shareholder Value von Microsoft zu Yahoo geflossen, poltert Bob Olstein, der einen Millionen MSFT-Aktien im Depot hat.

Seit der Übernahmeofferte ist Yahoo bis zu 50 Prozent gestiegen, Microsoft nur gefallen, rechnet Olstein vor und warnt Steve Ballmer den Spielchen von Jerry Yang auf den Leim zu gehen.  "Die aktuelle Offerte ist schon deutlich über dem Wert von Yahoo als eigenständige Gesellschaft", schreibt Olstein in einem Brief an Microsoft-CFO Chris Liddell. Eine Übernahme als kompletter Aktientausch würde den Gewinn von Microsoft um 19 Cent pro Aktie verwässern, ein Cash-Deal nur um sieben Cents. Also sollte man - angesichts der günstigen Zinssituation - Yahoo höchstens Geld in den Rachen werfen, nicht Aktien. Und nicht mehr als bisher geboten. Microsoft will 31 Dollar pro Yahoo-Aktie zahlen, Yahoo nennt das dagegen "völlig unterbewertet". Angeblich soll Yahoo mit anderen Unternehmen wie News Corp über bessere Angebote verhandeln, die eine Übernahme durch Microsoft unmöglich machen sollen.

"Ich kann das Interesse an Yahoo nachvollziehen", schreibt Olstein, "aber es fällt schwer auch nur einen Bewertung von 25 Dollar (pro Aktie für Yahoo) nachzuvollziehen." Er schließt mit dem Hinweis an Steve Ballmer: "Wenn man sich jetzt zurückzieht und es auf die harte Tour durchzieht, kann man zum heutigen Preis oder billiger kaufen". Das riecht nach Ärger im Hause Yahoo und noch mehr Ärger für die angeschlagenen Yahoo-Banker bei Lehman Brothers, die diesen Fight gegen die Profis von Morgan Stanley und Blackstone wohl verlieren dürften, wenn ihnen nicht bald irgend etwas einfällt. 

Yahoo wiederum bittet seine Aktionäre in einem Brief um mehr Geduld (mal wieder). Die Gesellschaft sei schlagkräftiger aufgestellt denn je. Die Marktchancen seien gigantisch und Yahoo bestens aufgestellt, um davon zu profitieren.

Der Olstein-Brief

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